Paul Lendvai

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    Paul Lendvai, Journalist und Publizist, wurde 1929 in Ungarn geboren. Als Sohn jüdischer Eltern wurde Lendvai 1944 mit seinem Vater verschleppt. Nach dem Krieg studierte Lendvai Jus, war als Journalist für sozialdemokratische Zeitungen tätig und wurde 1953 als „politisch Unzuverlässiger“ für 8 Monate verhaftet. Diese Verhaftung mündete in einem Berufsverbot, das ihm für drei Jahre keine Anstellung einbrachte.

    Der Journalist ist Gründer und seit 1973 Chefredakteur und Mitherausgeber der Vierteljahreszeitschrift „Europäische Rundschau“, außerdem Leiter des „Europastudios“ im ORF und Kolumnist der Tageszeitung „Der Standard“. Darüber hinaus war Lendvai von 1960 bis 1982 Auslandskorrespondent für die Londoner Financial Times und von 1982 bis 1987 Leiter der Osteuropa-Redaktion des ORF. Zwischen 1987 und 1998 war er Intendant von Radio Österreich International.

    Er gilt als überzeugter Mitteleuropäer und war in seiner Arbeit stets darin bestrebt, gegen Pauschalurteile anzukämpfen und die Entwicklungen Österreichs objektiv zu beleuchten. Paul Lendvai erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, darunter den Karl-Renner-Preis für Publizistik (1974), den Bruno-Kreisky-Preis für sein Buch „Zwischen Hoffnung und Ernüchterung – Reflexionen zum Wandel in Osteuropa“ (1994), den österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik (2006) und den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln (2008). Lendvai schrieb zahlreiche Bücher über Österreich und Osteuropa, die in etliche Sprachen übersetzt wurden. Erst im vergangenen Jahr erschien sein neues Buch „Orbáns Ungarn“, das Bilanz nach 6 Jahren Ungarn unter der Führung Viktor Orbáns zieht.

    Prof. Paul Lendvai