Karel Schwarzenberg

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    Person


    Während der Okkupierung der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten bekannten sich seine Eltern zum Tschechentum weshalb sie von den Nazis enteignet wurden. Nach der  Machtergreifung 1948 durch die Kommunisten musste die Familie Schwarzenberg nach Wien fliehen, wo Karel Schwarzenberg seine Jugend verbrachte. In den 1960er Jahren engagierte er sich für die österreichische Politik und unterstützte frühzeitig den Widerstand gegen die kommunistische Regierung in der Tschechoslowakei. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings half er den Oppositionellen und gründete das „Dokumentationszentrum zur Förderung der unabhängigen tschechoslowakischen Literatur“, wofür er Räume des Schlosses
    Schwarzenberg in Scheinfeld zu Verfügung stellte. Aufgrund seines internationalen Engagements für Menschenrechte war er von 1984 bis 1991, auf Vorschlag Bruno Kreiskys, Präsident der Internationalen Helsinki-Föderation für Menschenrechte.

    1989 kehrte er, nach dem Ende des Kommunismus, schließlich nach Prag zurück und setzte dort von 1990 bis 1992 als Kanzler von Václav Havel sein politisches Engagement fort. Nach dem Rücktritt Havels zog sich auch Schwarzenberg aus der aktiven Politik zurück und führte seine politische Karriere erst 2004 als Senator im tschechischen Parlament fort, wo er von 2005 bis 2007 im Senat den Vorsitz für das Amt auswärtiger Angelegenheiten, Verteidigung und Sicherheit innehatte. 2007 wurde Schwarzenberg zum Außenminister vereidigt und war während seiner ersten Amtszeit in der ersten Jahreshälfte 2009 aufgrund der EU Ratspräsidentschaft Tschechiens auch Präsident des Rats der Europäischen Union. In diesem Jahr schloss sich Schwarzenberg der neu gegründeten Partei Top09 an und wurde im Juni 2009 zum Vorsitzenden gewählt. Von Juli 2010 bis 10. Juli 2013 war Schwarzenberg
    zum zweiten Mal Außenminister der Tschechischen Republik als Mitglied der bürgerlich-konservativen Regierung Petr Nečas. Im Dezember 2013 wurde er erneut zum Vorsitzenden seiner liberal-konservativen Partei Top09 gewählt.

    Fürst Karel Schwarzenberg